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Welttag der biologischen Vielfalt | Wie wir unsere Artenvielfalt schützen können

22. Mai 2020

Welttag der biologischen Vielfalt |Wie wir unser Artenvielfalt schützen können

Der diesjährige „Welttag der biologischen Vielfalt“ der UNESCO steht in diesem Jahr unter dem Motto „Unsere Biodiversität – Unser Essen – Unsere Gesundheit“ und möchte diesmal den Blick auf die Problematik der zurückgehenden Biodiversität im Bereich unserer Ernährung lenken. 

Wenn man in die Supermarktregale schaut, kann man kaum glauben, dass wir ein Problem in diesem Bereich hätten, aber viele Produkte machen keine wirkliche Vielfalt. Oftmals stecken in all diesen bunten Produkten dann doch die ewig gleichen Zutaten, von ewig gleichen Äckern und ewig gleichen Sorten.

Artenvielfalt? Fehl am Platz!

Um unsere Biodiversität | Artenvielfalt steht es nicht gut

Wusstet ihr, dass es mit unserer Artenvielfalt, im allgemeinen und speziellen, nicht sehr gut steht?

48.000 unserer heimischen Tierarten (hier in Deutschland) sind massiv gefährdet, das Ökosystem Meer wird (weiterhin) von der Überfischung bedroht, Gletscher schmelzen, Bergwälder (Bannwälder) verschwinden, das Wattenmeer ist aufgrund von Schadstoffen, Müll etc. stark in Mitleidenschaft gezogen.

Am Ende sind wir mit dieser Aufzählung noch lange nicht, die Liste ist  leider noch viel länger. 

In Bezug auf das diesjährige Motto des „Welttages der biologischen Vielfalt“ verrate ich wohl kein Geheimnis, wenn ich euch erzähle, dass gerade durch die industrielle Landwirtschaft, mit all ihren Monokulturen, auch wir und unsere Ernährung immer homogener und gefährdeter werden. 

Laut der UNESCO sind z.B 90 % aller vielfältigen Getreidesorten in den letzten 100 Jahre von den Äckern verschwunden, und auch die (doch eigentlich so geschätzte) Vielfalt lokal unterschiedlicher Ernährungen geht verloren. Wir gleichen uns an und werden ein monotoner Brei aus „immer mehr, immer weiter, immer gleicher“. 

Klingt wie in einem schlechten Film?! Ist aber leider unsere, in dem Fall sehr bittere, Realität! 

Artenvielfalt | Wie wir unser Artenvielfalt schützen können

Wie wir unsere Artenvielfalt schützen können! 

Vielleicht fragt ihr euch jetzt, wie wir, jede*r für sich und / oder gemeinsam ein Zeichen setzen und unsere Artenvielfalt schützen können? 

Tipp Nr. 1 

Bunte Wiese statt grünem Rasen. 

Ja, ich weiß, für viele Menschen bedeutet der gut gepflegte englische Rasen die Welt. Für unsere Biodiversität ist er jedoch nicht hilfreich, sondern eher schädlich (an erster Stelle der Schädlichkeit steht jedoch der „moderne Steingarten“ bzw. Garten des Grauens).

Denn, je weniger Gräser, Kräuter und wilde Blumen auf einer Wiese wachsen und umso öfter sie gemäht wird, umso weniger Lebensraum für Insekten wird geschaffen und das wird uns irgendwann wirklich zum Verhängnis werden.

Wie ihr selbst eine bunte, heimische und fröhliche Wiese anlegen könnt, habe ich euch *hier* schon aufgeschrieben. 

Wusstet ihr übrigens, dass Totholz (abgestorbene Bäume) der beste Unterschlupf  und Nährboden für viele wichtige Insekten ist?  

Tipp Nr. 2 

Handarbeit, statt Unkrautvernichter. 

Klar, so ein Unkrautvernichter ist schon eine bequeme Sache. Man muss sich kaum bücken und gerade erst verwendet, ist schon alles erledigt. Aber auch hier ist der harte Fakt, dass diese Mittel unsere Biodiversität mächtig ins Wanken bringt und nicht nur ausgebüchste Grashalme, oder Moos an der falschen Stelle ins Jenseits befördern, sondern auch uns und unserer Tier- und Insektenwelt schadet. 

Deswegen gilt – lasst die Wildkräuter wachsen und wenn ihr wirklich etwas ausdünnen wollt, dann legt selbst Hand an. 

Bewegung an der frischen Luft trägt unserer Gesundheit auch deutlich mehr bei, als diese Gifte. 

Tipp Nr. 3 

Kauft so oft wie möglich (echte) Biolebensmittel (z.B. mit Bioland, Naturland oder Demeter Zertifizierung), denn dort wird schon beim Anbau auf die Erhaltung der Artenvielfalt geachtet und u.a. auch durch die Verwendung alter und vielfältiger Obst- und Gemüsesorten besonders geschützt. 

Und ja, ich bin mir bewusst, dass sich nicht jede*r diese Lebensmittel dauerhaft finanzieren kann, aber es setzt eben schon ein Zeichen, wenn man hier und da mal zu der Alternative greift, die sich für den Erhalt unserer Artenvielfalt einsetzt.

Hier gilt wirklich: Jeder Schritt zählt! 

Tipp Nr. 4

Adieu Fleisch. 

Oh ich höre viele, die diesen Beitrag hier lesen werden, schon schreien „Neiiiin, ich kann nicht ohne mein Fleisch“ und „Fleisch ist doch mein Gemüse“.

Tja, was soll ich sagen: Manchmal gehts nicht ums Können, sondern darum unser aller Ärsche zu retten! Ja, das ist unbequem.

Doch der hohe Fleischkonsum unserer Welt schädigt nicht nur unser aller Gesundheit, sondern kostet auch unsere Artenvielfalt. 

Die größten Flächenrodungen (inkl. dem Verlust der Lebensräume für viele Lebewesen) werden durch den Anbau von Futtermitteln, vor allem Soja, (was nicht im Tofu der Veganer / Vegetarier landet) durch die Fleischindustrie in Auftrag gegeben. 

Und nicht nur in Anbetracht der bedrohten Artenvielfalt ist der Weglassen, oder zumindest reduzieren tierischer Produkte (besonders das Reduzieren von Fleisch aus der Massenindustrie) der Weg den wir alle gehen sollten.

Auch mit Blick auf die Klimakrise sollten wir unser Ego endlich zurückschrauben und schauen, wo WIR als Verbraucher*innen besonders gut eingreifen können, um den jährlichen CO2 Ausstoß in Höhe von 26.000.000 Millionen Tonnen (!!!)  – allein durch die Fleischindustrie – zu senken. 

Tipp Nr. 5 

Kauft nur noch samenfestes Saatgut! Warum das so wichtig ist, zum Schutz der Artenvielfalt, könnt ihr *hier* nachlesen! 

Tipp Nr. 6

Werdet aktiv! 

Redet mit den Menschen in eurem Umfeld über die Problematik des Rückgangs der Biodiversität. Tauscht euch aus und sucht gemeinsam nach weiteren Lösungen, wie IHR aktiv dazu beitragen könnt unserer Artenvielfalt zu schützen! Bepflanzt eure Balkone, Terrassen und Gärten, lebt bunt, esst bunt und denkt bunt! 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Artikel zum Thema: 

„Warum samenfestes Saatgut wichtig ist.“
„Aktiv gegen den Klimawandel, was wir wirklich tun müssen!“
„Wann wollen wir endlich anfangen die Welt zu retten?“

 

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0 Comments

  1. Reply Anna F. 22. Mai 2020 at 09:21

    💚 Danke für diesen Beitrag!

2 Trackbacks/Pingbacks

  1. Reply Tag des Meeres | World Oceans Day | Franzi Schädel 8. Juni 2020 at 12:26

    […] gilt hier, wie auch beim Schutz der Artenvielfalt, wichtig, dass wir überhaupt etwas tun. Es muss nicht perfekt sein, aber wir müssen […]

  2. Reply 10 Tipps für einen nachhaltigen und umweltfreundlichen Garten | Franzi Schädel 16. Juli 2020 at 11:02

    […] Belohnt wird man nicht nur mit einem bunten und wildem Garten, sondern mit dem Wichtigsten überhaupt: Der Artenvielfalt!  […]

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