Nachhaltigkeit

Nachhaltiger Schmuck – Hintergründe und Eindrücke | Interview mit der Goldschmiede Dauber

27. Juni 2021

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Ihr Lieben,

nachhaltig(er) Leben ist und wir populärer denn je. Ein so guter und großer Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit! 

Uns als Gesellschaft ist es nicht mehr nur egal woher unsere Produkte des täglichen Bedarfs, aber auch unsere Luxusgüter kommen. 

Wir hinterfragen, schauen hin und treffen beim Kauf immer mehr sehr bewusste und nachhaltige Entscheidungen. 

Dass Schmuck, Edelsteine und vor allem Gold ein sehr schmutziges Geschäft ist, ist schon lange kein Geheimnis mehr. 

Doch es gibt Menschen wie Nora von der Goldschmiede Dauber. Menschen, die ihr Business mit dem Schmuck nachhaltig, sauber und nachvollziehbar gestalten möchten und es auch tun. 

Goldschmiede Dauber

Foto: Corinna Mamok

Im folgenden Interview hat mir Nora so viel wertvolles Hintergrundwissen vermittelt und ich hoffe sehr, dass dies auch für euch ein spannendes Thema ist. 

Nachhaltiger Schmuck von der Goldschmiede Dauber | Nachhaltig | Fair | Einzigartig

Liebe Nora, erzähl mal. Wie kam das Gold und die Schmiedekunst in dein Leben? 

Liebe Franzi, vielen Dank für die Möglichkeit hier meine Geschichte zu erzählen! Und es ist eine lange Geschichte.

Ich hab als Kind einen Goldschmiedekurs an der Sommerakademie im Ort gemacht, da haben wir zwei Wochen lang aus Silber kleine einfache Schmuckstücke geschmiedet. Das hat mich total begeistert. Danach hat mein lieber Opa mir eine kleine Werkstatt dafür in seiner Holzwerkstatt gebaut. Wirklich genutzt hab ich die aber nie. Da war ich noch zu jung für, so ohne Anleitung. Nachdem mein Opa gestorben ist, hab ich das dann auch völlig aus den Augen verloren. 

Ich hab erstmal Abitur gemacht und angefangen Politik- und Medienwissenschaft zu studieren.

Da musste ich für mich einfach feststellen, dass das nichts für mich ist. Ich interessiere mich total für Politik, aber der Schreibtischjob der da auf mich gewartet hätte, der hat mir nur Angst gemacht.

Da hab ich das Studium abgebrochen und musste nochmal ganz von vorne überlegen was ich eigentlich mal arbeiten will. Da kam ich dann wieder auf die Goldschmiedekunst zurück.

Und auf einmal war ich fest entschlossen, hab mir eine Ausbildung gesucht mit dem festen Entschluss danach in die Selbstständigkeit zu starten.

So kam es dann auch, 2016 hab ich mich mit der Goldschmiede Dauber selbstständig gemacht und es keine Sekunde bereut!

Nachhaltiger Schmuck | Goldschmiede Dauber

Foto: Corinna Mamok

Wann kam die Nachhaltigkeit dazu und warum ist sie dir im Bezug auf Schmuck so wichtig? 

Privat leben ich nachhaltig. Meine Eltern führen seit 35 Jahren einen Bioladen, ich bin politisch aktiv, meine kleine Familie und ich ernähren und bio und vegan, ich kaufe meine Kleider secondhand und fair. So hat es mich einfach lange beschäftigt, dass ich das beruflich nicht auch umsetzen konnte.

Dafür ist die Selbstständigkeit doch gedacht, dass man Dinge so machen kann, wie man sie für richtig hält.

Also hab ich mich auf die Suche gemacht. Hab erstmal andere Goldschmiede gefragt und überall war es das gleiche: faire Edelsteine gibt es nicht, das ist einfach nicht möglich.

Ich hab dann weiter recherchiert und endlich nach und nach Händler gefunden. Diamanten aus Australien, ökofaire Edelsteine aus Brasilien und schließlich noch tolle Saphire und Rubine aus Sri Lanka.

Alle Minen und Schleiferei werden extern zertifiziert und können, abseits von Corona, auch besucht werden. 

Alle Edelsteine sind nachvollziehbar von der Mine über die Schleiferei bis zu mir in die Werkstatt. 

Beim Gold hat mich das vor eine große Frage gestellt: Recyclinggold oder faires Gold?

Ich habe mich schließlich für Recyclinggold entschieden. Aus dem einfachen Gedanken, dass es immer besser ist, vorhandene Ressourcen zu nutzen, statt neues abzubauen.

Aber auch hier ist es wichtig auf die kleinen Dinge zu achten. Unser Recyclinggold ist vom RJC zertifiziert und wird in Deutschland recycelt. So unterliegt der Prozess strengen Regeln hinsichtlich Umwelt und Arbeitssicherheit. 

Jetzt hab ich die Goldschmiede komplett auf Fairness und Nachhaltigkeit umgestellt und kann endlich meine private politische Einstellung und Überzeugung auch im Beruf umsetzen.

Nachhaltiger Schmuck - Hintergründe und Eindrücke | Interview mit der Goldschmiede Dauber

Foto: Corinna Mamok

Worauf verzichtet ihr ganz bewusst und ohne was könntet ihr bei eurer Arbeit nicht leben? 

Wir verzichten in der Goldschmiede ganz bewusst auf ungesunde Chemikalien.

Unter den Goldschmieden wird darüber viel gewitzelt, dass das alles gar nicht so wild ist, aber auf den gängigen Mitteln zum löten, schmelzen, abbeizen und co sind alle gängigen Warnzeichen auf der Verpackung, von ätzend über giftig bin hin zu „verändert das Erbgut“.

Das wollte ich wirklich weder für mich, noch meine Mitarbeiterinnen. Daher hab ich mich schlau gemacht und kann hier auf Hausmittel zurück greifen.

Das hat mich sehr erleichtert und dann auch in meiner ersten Schwangerschaft ermöglicht noch wirklich lange am Werkbrett zu sitzen. 

Und ohne was wir nicht leben könnten? Wahrscheinlich den Kaffee, wir haben in der Werkstatt eine schicke Siebträgermaschine mit der wir besten fairen Kaffee brühen. Das ist auch die erste Maschine, die ich morgens anmache, wenn ich auf die Arbeit komme. 

Auf mein Werkzeug bezogen fällt mir die Überlegung wirklich schwer. Ich liebe Werkzeug, hab vieles davon gebraucht bei Werkstattauflösungen gekauft und mich wirklich an die Vielfältigkeit gewöhnt. Allerdings ist fast alles davon von Hand zu bedienen, ohne Strom. Das stimmt mich immer wieder irgendwie zufrieden.

Der Gedanke, dass der Schmuck wirklich von Hand gefertigt wird und ohne große Maschinen auskommt. 

Nachhaltiger Schmuck - Hintergründe und Eindrücke | Interview mit der Goldschmiede Dauber

Foto: Corinna Mamok

Ihr seid nun Partner von „Eden Projects“ kannst du mir dazu etwas mehr erzählen? 

Wie ja schon erwähnt, mach ich mir als Privatmensch viele Gedanken um Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Da hab ich lange überlegt, wie ich das auch in der Goldschmiede umsetzen kann. 

Laut einer Studie der ETH Zürich ist Aufforstung das effektivste Mittel für Klimaschutz derzeit. Also hab ich mich entschieden, diesen Weg als ersten Schritt zu gehen. Mit Eden Projects hab ich da einen vertrauenswürdigen Partner an meiner Seite.

Zudem ist der Abbau von Edelsteinen ja immer auch ein Eingriff in die Umwelt, da hat es mich bei Eden Projects gefreut, dass ich da in den gleichen Ländern etwas für die Natur tun kann.

Langfristig strebe ich für mein Unternehmen Klimaneutralität an, dafür muss aber der genaue CO2 Fußabdruck berechnet werden, das ist gar nicht so einfach.

Wenn man als Privatperson den CO2 Fußabdruck ausgleicht, dann läuft das ja über eine Pauschale, ganz so einfach machen wir es uns da nicht. Wir wollen das schon gerne genau wissen (ich liebe Zahlen und Statistiken einfach!).

Aber wie gesagt, das wird bald kommen, Eden Projects ist da unsere vorübergehende Möglichkeit etwas zurück zu geben. 

Erzähl mir gern mal etwas über deine Herangehensweise bei der Erstellung eines neuen Schmuckstücks. Wie fängst du an? Was inspiriert dich? 

Ohje das kann man eigentlich gar keinem sagen. Das entsteht alles in meinem Kopf, beziehungsweise in der direkten Kommunikation mit meiner Mitarbeiterin.

Ich bin nicht gerade ein große Zeichnerin, aber ein kreativer Kopf.

Das heißt ich sehe etwas das mich inspiriert, eine Farbkombination oder eine Form und dann bildet sich in meinem Kopf eine Vorstellung für ein Schmuckstück. Dann fang ich in der Werkstatt einfach an (oder schreibs auf die To Do liste, wenn gerade mal so viel los ist, dass ich nicht einfach alles stehen lassen kann für ein neues Design). 

Meistens sehe ich aber einfach einen Edelstein oder Diamanten und denke direkt „oh ja das wird dann ….“ und fange dann an. Manchmal änder ich das dann auch auf halber Strecke. Da bin ich dann ganz frei und versuch mich nicht selbst so einzuschränken. 

Wenn mir ein Design so richtig gut gefällt, wie zum Beispiel die Twice Ringe, dann mach ich das mehrmals, mit unterschiedlichen Farbkombinationen, immer mal wieder, wenn mir eine über den Weg läuft die perfekt dafür wäre.

Trotzdem bleiben es alles Einzelstücke. Das lieb ich ja auch so an meinem Beruf, die gestalterische Freiheit und die Unendlichkeit an Möglichkeiten. 

Nachhaltiger Schmuck - Hintergründe und Eindrücke | Interview mit der Goldschmiede Dauber

Foto: Corinna Mamok

Die Zukunft der Goldschmiede Dauber ist…? 

Ui die schwerste Frage hast du dir für den Schluss aufgehoben oder?

Mhhh… ich bin ja eher ein spontaner Mensch bei sowas. 

Aber auf der langfristigen Agenda stehen ein paar Dinge: Klimaneutral werden zum Beispiel, aber eben auch zeigen, dass es als Frau durchaus möglich ist, eine gute Mama und erfolgreich selbstständig zu sein.

Für mich persönlich wünsche ich mir, dass mein Unternehmen etwas standortunabhängiger wird. Ich habe viel Zeit und Liebe in der Onlineshop investiert und freu mich jedes Mal sehr über jede Onlinebestellung. 

Aber im großen und ganzen ist die Zukunft natürlich einfach ungewiss. Mit Sicherheit spannend, nervenaufreibend, aufregend und toll. Kurz: ich freu mich drauf!

Ich freu mich sehr auf alle Abendteuer die da noch kommen!

Vielen Dank für diese wunderbaren Eindrücke liebe Nora! 

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