slow travel

Gastbeitrag: Die Wege, die wir gehen – meine Reise zu einem nachhaltigen Leben

6. November 2018

Werbung – Gastbeitrag / Gewinnspiel

Die Wege, die wir gehen – meine Reise zu einem nachhaltigen Leben

Marcella schreibt auf ihrem Blog get on your way über nachhaltiges Reisen, veganes Leben und gesellschaftlichen Wandel. In ihrem Gastbeitrag schreibt sie über ihren Weg zur Nachhaltigkeit und darüber, wie sie andere Menschen inspirieren möchte. 

Als ich zwölf Jahre alt war, habe ich entschieden: Ich möchte keine Tiere mehr essen – und bin Vegetarierin geworden. Heute, mit 30 Jahren, könnte ich mein zwölfjähriges Ich für diese Entscheidung umarmen.

Denn sie hat meinen weiteren Weg geprägt und mich letztendlich dahin gebracht, wo ich heute bin: Noch immer auf einem Weg natürlich, aber auf einem der Nachhaltigkeit, den ich seit diesem Tag, mal langsamer und mal schneller, Schritt für Schritt weitergehe und der mein Leben schon auf so viele Arten positiv beeinflusst hat. Wie ich lebe, wie ich reise, welchen Menschen ich begegne und sogar wo ich arbeite – all das wäre ganz anders, wenn mein zwölfjähriges Ich damals nicht diesen ersten Schritt gegangen wäre.

Ab jetzt vegan und nachhaltig

Nach einigen Jahren als Vegetarierin fing ich an, mich mit dem Thema genauer zu beschäftigen. Eigentlich wollte ich ja nur wissen, welche kreativen Gerichte ich mit Tofu zaubern kann. In den weiten des Internets verlor ich mich dann aber in den vielen  Informationen über die Milch-, Eier- und Lederindustrie. Sie gingen mir nicht mehr aus dem Kopf und schließlich habe ich mit 17 Jahren beschlossen: Ab jetzt lebe ich vegan. Ab diesem Zeitpunkt spielten Tierrechte und auch Umweltschutz und bewusster Konsum eine immer größere Rolle für mich.

So habe ich nach und nach immer mehr Lebensbereiche nachhaltig gestaltet. Heute kaufe viel regionale und saisonale Bio-Lebensmittel, beziehe Ökostrom, lebe ohne eigenes Auto und fahre viel und gerne Fahrrad. Neuanschaffungen, ob Kleidung, Möbel oder Elektrogeräte, vermeide ich so gut es geht und setze auf Secondhand und auf reparieren statt neu kaufen.

Wenn ich doch mal etwas neu kaufe, wähle ich die nachhaltigere Variante und achte auf faire Produktionsbedingungen.

Auf der Suche nach einem Job mit Sinn

Da stand ich nun also während meines Studiums, mit all meinen Überzeugungen und Wünschen, und stellte mir die Frage: Was für einen Beruf gibt es, der zu all dem passt? Durch Zufall fand ich das Reise- und Umweltmagazin Anderswo, das der fairkehr Verlag in Bonn produziert. Das Magazin stellt nachhaltige Reiseangebote in Europa vor, die klimaschonend mit Zug, Bus und Fähre zu erreichen sind. Ich war direkt begeistert von der Idee, bekam eine Stelle als Praktikantin und später als studentische Aushilfe. Heute arbeite ich als Redakteurin für Anderswo und im neuen Projekt Katzensprung – in beiden Projekten geht es um nachhaltigen Tourismus. Und damit kam auch direkt die nächste Inspiration auf meinem Weg zu einem nachhaltigeren Leben.

Europa mit Zug und Bus entdecken

Durch meine Arbeit wurde mir nämlich immer wieder deutlich: Nachhaltig leben und mit dem Flugzeug verreisen, das passt nicht gut zusammen. Zu dem Schluss kommt auch eine Studie der University of Sydney: Der Tourismus ist für acht Prozent des weltweiten Treibhausgasausstoßes verantwortlich – und ein großer Teil davon geht auf Flüge zurück.

Deshalb habe ich im letzten Jahr den Entschluss gefasst, deutlich weniger zu fliegen – und stattdessen die vielfältige Natur und Kultur in Europa mit Zug, Bus und Fähre zu entdecken. Das hat nicht nur fürs Klima Vorteile: Für mich ist das langsame, achtsame Reisen ein echter Gewinn. Die Anreise ist ein spannendes Erlebnis und wird zum Teil des Urlaubs. Im Frühjahr habe ich knapp einen Monat lang Osteuropa mit Zug und Bus erkundet und diesen Herbst bin ich an einen meiner liebsten Urlaubsorte das erste Mal mit dem Zug gereist: Via Paris und Barcelona, erst mitten durch Frankreich, dann am Meer entlang und später auch noch durch die Pyrenäen ging es mit dem Thalys und dem TGV an einen kleinen Ort an der spanischen Costa Daurada.

Meistens reise ich gemeinsam mit meinem Freund Andreas, den ich vor ein paar Jahren bei einem veganen Treffen in Köln kennengelernt habe. Auch so eine Begegnung, die es wohl nicht gegeben hätte, wenn ich nicht damals entschieden hätte, vegetarisch und später vegan zu leben.

Inspirationen für ein nachhaltiges Leben

Vor Kurzem wuchs in mir ein Wunsch: Ich möchte auch andere Menschen inspirieren, ihren eigenen Weg zu einem nachhaltigen Leben zu finden – im Alltag und auf Reisen. Deshalb habe ich vor wenigen Monaten meinen Blog „get on your way“ gestartet. Ich berichte dort über meine Reisen mit Zug und Bus. Die Reiseberichte drehen sich um Naturerlebnis, Wandern, Kanufahren, Radfahren und auch um Städtetrips. Sie sollen zeigen, wie spannend und vielfältig es ist, klimaschonend mit dem Zug durch Europa zu reisen.

Neben dem Reisen geht es auch um andere gesellschaftliche Themen, die mich beschäftigen: Veganes Leben und Tierrechte natürlich, aber auch Feminismus, Minimalismus und ein Wandel hin zu einer nachhaltigeren, gerechteren Gesellschaft sind für mich wichtige Themen. Mit dem Blog möchte ich auch zeigen: Ein nachhaltiges und minimalistisches Leben wirkt sich nicht nur auf Gesellschaft und Umwelt positiv aus, es gibt gleichzeitig mehr Selbstbestimmung, Freiheit und Zeit, den ganz eigenen Weg zu finden und zu leben – und der kann schließlich schon mit einem kleinen, ersten Schritt anfangen!

Eure Marcella! 

__________________________________________________________________________________________________________________________________

Von Herzen DANKE an Marcella für diesen wunderbaren und inspirierenden Beitrag! 

Ihr interessiert euch auch für nachhaltiges Reisen, blaue Schwalben und Katzensprünge?
Dann gewinnt eines von 5 Hefte der 2019er Ausgabe des „Anderswo – Europa nachhaltig entdecken“ Magazins
. (Erscheinungsdatum 21. Nov. 2018) 

Was ihr dafür tun müsst? 

Erzählt Marcella und mir, hier in den Kommentaren, bis zum 15. Nov. 2018 welche Gedanken euch zum Thema „nachhaltiges Reisen“ bewegen und sichert euch mit Glück eine Ausgabe des wunderbaren Magazins. 

 

You Might Also Like

8 Comments

  1. Reply Ann-Christin Stricker 6. November 2018 at 12:58

    Zuallererst danke, dass ihr euch mit diesem Thema befasst und es mit der Welt teilt! Hoffentlich regt es den ein oder anderen dazu an, der sich bisher nicht damit befasst hat, umweltfreundlicher zu reisen! :) Ich studiere Umweltwissenschaften und befinde mich an einem ganz ähnlichen Punkt bezüglich der Frage „Was kommt danach, wie kann ich mit meinem zukünftigen Job Geld verdienen und einen Beitrag für eine bessere Welt leisten?“… Besonders an der Uni und im näheren Freundeskreis trifft man immer mehr Menschen, die möglichst exotische Ziele bereisen und natürlich kann man diese Neugier und die Freude daran verstehen, aber gleichzeitig kommt mir dann der Gedanke „wie egoistisch darf ich sein“, vor allem bei dem was wir Menschen unserer Umwelt schon angetan haben? Egoistisch in dem Sinne, dass ich mein Verlangen ferne Orte zu bereisen, die im besten Fall NOCH „unberührt“ sind, wichtiger finde, als die Auswirkungen, die meine Reise haben wird. Mein Vergnügen gegen eine gesunde Umwelt? Ich habe ein Bewusstsein über meine Taten, die Auswirkungen derer und der große Unterschied ist, ich habe eine Wahl. Ich weiß, dass ich gerade Tier X nichts tun möchte, sondern ihm nur zusehen möchte, daß Tier weiß das nicht, sondern fühlt sich bedroht und unterbricht möglicherweise seine Jagd nach Beute für seine Jungen. Ich kann importierte Lebensmitteln kaufen, wenn in meiner Heimat eine Dürre herrscht, weil wir u.a. durch unsere Reisen den Klimawandel angeheizt haben, der Eisbär hat kein Jagdgebiet mehr, wenn seine Heimat zu warm wird und kann seine Jungen oder sich selbst nicht durchringen und verschwindet von dieser Erde… Ich denke das schlimmste, beispielsweise beim Reisen, aber auch in allen anderen Bereichen (in denen wir die Umwelt gefährden) ist, dass wir uns der Macht der Masse nicht bewusst sind. „Wenn ich mich jetzt gegen die Kreuzfahrt entscheide und die anderen Tausend fahren, würde es keinen Unterschied machen, das Schiff fährt ja trotzdem „, „wenn ich jetzt meine Einkäufe, Arzttermine und Besuche bei Freunden miteinander verbinden würde, um weniger einzelne Fahrten mit dem Auto zu machen, fahren andere trotzdem zu allem einzelnen, da macht meine eine Fahrt weniger keinen Unterschied“. Und wenn jeder, der diesen Gedanken hat, sich eben trotzdem dafür entscheiden würde, dann würde es auch einen Unterschied machen. Wie sagt man so schön… Dieses eine Tier, dem man hilft oder das eine kurze Lächeln an einen Fremden, machen für dieses eine Lebewesen den Unterschied und können im kleinen Stil viel bewirken und diese vielen kleinen Momente, Begegnung, Entscheidungen können in der Summe viel bewirken! Danke für euren Einsatz :-)

    • Reply Franzi 6. November 2018 at 13:11

      Ich danke dir für deine tollen Worte und Gedanken! <3

    • Reply Marcella 8. November 2018 at 18:02

      Liebe Ann-Christin, von mir auch ganz lieben Dank für deine Worte! :) Ich glaube, da sprichst du einen wichtigen Punkt an – wenn alle denken, dass sie ja eh nichts tun können, tut sich auch nichts. Aber im Moment gibt es ja schon die Tendenz, dass sich immer mehr Menschen für Klima- und Umweltschutz einsetzen und anfangen, umzudenken. Ich finde das mach doch hoffnungsvoll!
      Liebe Grüße und auch dir DANKE, dass du dir Gedanken um Tiere und Umwelt machst! <3
      Marcella

  2. Reply Daniela 7. November 2018 at 15:52

    Hallo ihr zwei, vielen Dank für den tollen Text. Marcella und ich stehen schon über Instagram in Kontakt und tauschen uns immer mal wieder über unterschiedliche nachhaltige Themen aus. Mein Weg zu mehr Nachhaltigkeit ist ähnlich wie Marcellas. Ich bin mit 16 Jahren Vegetarierin geworden, einige Zeit später vegan. Wir leben autofrei und versuchen so minimalistisch wie möglich zu leben. Allerdings gibt es hier noch ein paar Baustellen. Ich bin noch nie wirklich viel durch die Welt geflogen, aber die ein oder andere Flugreise war natürlich schon dabei. Aber zum wirklich nachhaltigem reisen bin ich durch meine Hunde gekommen. Für mich steht ausser Frage, dass ich nur mit meinem Hund reise. Ohne meinen Hund ist es kein Urlaub. Wir fahren mit ihm immer mit dem Zug und der Fähre. Allerdings bisher nur in Deutschland. Hier fände ich Berichte zu Reisen mit dem Hund per Bahn durch Europa sehr spannend. Wir waren schon in der Eifel, im Fichtelgebirge, auf Norderney und Juist, in Dahme und Grömitz und in der sächsischen Schweiz. Oft fahren wir mit dem Anbieter Travel 4 dogs und buchen Wanderreisen. Wir erwandern uns dann ganze Gegenden und sind jeden Tag in einem anderen Ort und einer anderen Unterkunft. Das ist wirklich toll, denn man lernt viele Menschen und Orte kennen und es ist jeden Tag spannend, wo man landet und ob man den Weg findet. Um Abenteuer zu erleben und an seine Grenzen zu stoßen, muss man nicht weit reisen, das geht auch wunderbar in Deutschland. Ich wünsche euch eine schöne Restwoche und danke für eure tolle Arbeit. Liebe Grüsse, Daniela und Hund Lübbi.

  3. Reply diealex 7. November 2018 at 21:19

    Hallo,
    das ist ein spannendes thema, das mich immer wieder zum Nachdenken bringt. Wir machen halt auch meist eine Fernreise im Jahr und das mit dem Fliegen ist ja nicht so optimal. Aber ich denke irgendwie auch immer, dass mich solche Reisen nachhaltig beeinflussen, wenn ich mich auf das Reiseland und die Menschen, die dort leben, einlasse. Letztlich bringt es uns einander und der Natur näher.
    Viele Grüße, die Alex

  4. Reply JO 8. November 2018 at 12:43

    Ich bin immer sehr bestürzt,wenn ich von Bekannten oder Touristen höre,wo sie schon überall in der Welt herum gekommen sind,sie aber nicht einmal wissen, was in unmittelbarer Umgebung so zu sehen und zu erleben gibt. Ohne Flugzeug, oder langen Autofahrten gibt es soviel zu entdecken, ist erholsam und wunderschön!!! Sieh das Gute liegt so nah!!

  5. Reply Julia 10. November 2018 at 23:04

    Hi!
    Ich finde das Thema „nachhaltig Reisen“ auch sehr spannend. Obwohl ich Wanderurlaube in den Alpen liebe packt mich auch ab und zu das Fernweh und sitze in einem Flugzeug. Die Möglichkeit das verbrauchte CO2 über diverse Projekte zu kompensieren finde ich einen interessanten Ansatz. Auch wenn das Problem an sich damit natürlich nicht gelöst wird. Deswegen möchte ich in Zukunft noch mehr auf Nachhaltigkeit bei meinen Reisen achten. Auch wenn ich es wohl nicht schaffen werde komplett auf das Fliegen zu verzichten, so möchte ich es zumindest auf Kurzstrecken vermeiden. Vom dem Magazin habe ich zum ersten Mal gehört und ich würde mich sehr über eine Ausgabe als Inspiration für zukünftige Urlaube freuen! :)
    Viele Grüße
    Julia

  6. Reply Daria 13. November 2018 at 13:20

    Hallo ihr Lieben,
    Danke erstmal für den tollen und spannenden Beitrag! Ich habe deinen Blog, Franzi, erst vor kurzem entdeckt und stöbere mich noch durch die Beiträge. Finde ihn toll bisher!
    Ich beschäftige mich seit ca. 2 Jahren mit den Themen Zero Waste und Nachhaltigkeit. Je mehr man dies tut, desto mehr Aspekte tun sich auf. Das nachhaltige Reisen finde ich mit am schwierigsten. Wir sind bisher sehr gerne gereist, in die USA, nach Kanada, Europa oder auch Afrika. Ohne Fliegen sind diese weiten Reiseziele natürlich nur mit langer Fahrt zu erreichen. Und da man die Reiseplanung für den Familienurlaub nicht nur für sich macht, muss der Partner (und evtl. Kinder) ja auch einverstanden sein. Wir nehmen Flugreisen als viel zu selbstverständlich hin. Das sollten sie aber nicht sein. Ich bin sehr dankbar für tolle Ideen für Urlaub in der Nähe, danke Marcella für deine Arbeit! Werde mal auf deinem Instagram und Blog weiter stöbern.
    Liebe Grüße
    Daria

Leave a Reply

Dieses Formular speichert Name, E-Mail und Inhalt, damit wir den Überblick über auf dieser Webseite veröffentlichte Kommentare behalten. Für detaillierte Informationen, wo, wie und warum wir deine Daten speichern, wirf bitte einen Blick in die Datenschutzerklärung.