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fair reisen: Janbeck’s Fairhaus

16. November 2018

*Werbung – für diesen Beitrag war ich ihm Rahmen einer Kooperation mit „Blaue Schwalbe“ und Anderswo  unterwegs.

Wer mich kennt, der weiß: Ich liebe kleine Auszeiten

Mal fix ein Wochenende raus, neue Regionen entdecken, die Seele baumeln lassen und einfach mal auf ein paar neue und andere Gedanken kommen. Dem Alltag entfliehen und mit neuen Inspirationen heim kommen. 

Auf der Suche nach den perfekten Orten, für diese kleinen Auszeiten, greife ich mittlerweile auf eine Handvoll toller Anbieter zurück, die sich auf faire und nachhaltige Reisen spezialisiert haben, zurück. Denn fair und nachhaltig, fühlt sich für mich auch beim Reisen deutlich besser an und mittlerweile fühle ich mich in den „typischen“ Hotels und Unterkünften kaum noch wohl. 

Nachhaltige und faire Unterkünfte mit dem „Blaue Schwalbe“ Siegel

Seit einiger Zeit vertraue ich da z.B. sehr auf „Blaue Schwalbe“ Unterkünfte*. Diese bieten, über den fairkehr Verlag | Anderswo*,  schon seit über 25 Jahren, eine wunderbare Orientierung für nachhaltigen Urlaubsgenuss europaweit. 

Auf mein „Auszeit im Oktober 2018 Ziel“ das Janbeck’s FAIRhaus* in Gelting (an der Geltinger Bucht) stieß ich allerdings schon ein paar Jahre früher und der Wunsch dort einmal ein paar Tage zu verbringen, war sehr groß. Und wie es immer im Leben ist: Manche Dinge passieren dann auch. 

Janbeck's Fairhaus - Das Haupthaus

Und so reisten der liebste Mann und ich, im Oktober diesen Jahres, ins wunderschöne Janbeck’s FAIRhaus* und wurden dort von Uta gleich so herzlich und freundschaftlich – mit einer schönen Kanne Tee – empfangen, dass meine Seele sofort sagte: „Ja, gefällt mir, ich schalt dann mal ab.“ 

Als wir unsere traumhafte Unterkunft, die Ferienwohnung „Wolke“ sahen, war es um uns geschehen. Hell, freundlich, großzügig und trotzdem so schön bodenständig. Wir fühlten uns gleich wohl und verließen die Wohnung am ersten Nachmittag und Abend gar nicht mehr. 

Janbeck's Fairhaus - Ferienwohnung Wolke Janbeck's Fairhaus - Ferienwohnung Wolke Janbeck's Fairhaus - Ferienwohnung Wolke Janbeck's Fairhaus - kleine Auszeit an der Flensburger Förde

Am nächsten Morgen erwachten wir ausgeruht und entspannt und waren ganz neugierig, was es denn zum Frühstück geben würde. Was dann kam, hätte ich ehrlich gesagt gar nicht erwartet. Eine wunderbare Auswahl von selbst gemachten Aufstrichen, Marmeladen und (für den Mann) eine bunte Auswahl von Käse- und Wurstspezialitäten aus der Region, ließen uns lange am Tisch verweilen. 

Mit Uta sprachen wir in der Zeit lange über die Idee und Philosophie hinter Janbeck’s und damit ihr noch ein wenig mehr darüber erfahrt, habe ich all diese Gedanken von Uta selbst nieder schreiben lassen und ein kleines Interview mit ihr geführt. 

Uta Janbeck über Janbeck’s  FAIRhaus

Janbeck's Fairhaus - Uta Janbeck

1. Wenn du Janbeck`s FAIRhaus in einem Satz erklären müsstest, wie würde dieser Satz lauten? 

Janbecks FAIRhaus, ist ein Ort, an dem man eine kleine Auszeit oder Urlaub machen kann, aber wer will begibt sich auch auf eine Reise zu sich und seinen Idealen. 

2. Was war die Idee hinter eurem FAIRhaus, was hat euch inspiriert? 

Zunächst war da der Wunsch „raus aus der Stadt, weg von Lärm und Hektik“.  Was Neues machen und das – unser – Leben neu gestalten.

Ein Nein zu Atomkraftwerken (die Bilder von den Demos in Brokdorf und Tschernobyl damals haben wir noch gut vor Augen) bedingt eine andere Art von Energieerzeugung.

All das haben wir auf unserem kaputten Hof umsetzen können. Da konnten wir uns diesbezüglich so richtig austoben. Von der größten privaten Kläranlage, Wasseraufbereitung, Blockheizkraftwerken und Solarthermie bis zur eigenen Energieerzeugung mit Photovoltaik oder Wärmerückgewinung. 

Klar war uns ja, dass so große Flächen und Gebäude einen Nutzen haben müssen, damit auch das Geld wieder reinkommt.

Und die Liebe zu Schleswig Holstein und der Region, die sich überall spiegelt in den Baumaterialien und Bauweisen. Das wir nur Firmen aus Schleswig-Holstein dabei haben wollten, war auch klar.

Ein großer Motivator war auch der Architekt, der uns bei jedem bisschen einen extra Planer beauftragen wollte. Da wir nicht im Geld schwammen und schwimmen, hat Stephan sich überall schlau gemacht und viel gelesen um technisch, mit kleinen Mitteln, alles so umzusetzen, wie es heute ist.

Ich habe zeitgleich angefangen Studien zu lesen, über Naturtourismus, sanften Tourismus und vieles mehr.

Bald war klar, das Haus sollte nicht nur eine normale Bed & Breakfast Pension werden. Es wurde ein nachhaltiges Gesamtkonzept um Energien und Wasser zu sparen, für das man eben auch besondere Gäste braucht (wie ich immer sage). Welche „die das mitmachen“.

Mitmachen vom Müll trennen und akzeptieren, dass der Heizkreislauf bei geöffnetem Fenster (heute nennt man das Smart Home- bei uns sind es seit 2003 kleine Kontakte in den Fenstern) unterbrochen wird und wir die Toiletten mit gebrauchtem Wasser beschicken. Das waren unsere ersten Bausteine.

Da waren also einerseits die knappen Ressourcen und andererseits auch die finanziellen Ressourcen, die wir im Blick hatten und haben.

Rückblickend muß man sagen, dass wir Glück hatten durch tolle Lehrer (nicht im schulischen Sinne) und Familienmitglieder inspiriert wurden. Dazu kamen dann noch Sendungen die von Jean Pütz (Hobbythek) oder Peter Lustig (Löwenzahn, eine Sendung, die wir auch immer mit den Kindern gesehen haben).

Schon bald hatten wir eine Philosophie von Kreisläufen, die wir schaffen wollten und waren dann schon zeitnah bei Verträglich Reisen (heute fairkehr GmbH)/ Anderswo gelistet. 

Und ebenso bald waren wir an einem Punkt, wo wir das Gefühl hatten unsere Philosophie wird von uns nicht richtig kommuniziert.

Aus Janbecks Pension wurde dann Janbeck*s FAIRhaus. 

Auf die Interpretation haben mich die Gäste dann gebracht:
F- fröhlich und fair, A-ambitioniert und anders, I-Inspirierend und interessiert,- R-regional und ressourcenschonend.

3. Warum ist dir das Thema Nachhaltigkeit so wichtig und wie setzt du die Nachhaltigkeit bei euch um? 

Ich finde es einfach selbstverständlich und schon immer normal.  

Nachhaltigkeit bezieht sich bei uns auf alle Bereiche. Wir wollen mit unserem Handeln und dem Betrieb hier nicht mehr als nötig die Umwelt belasten.

Wir sind Familienmenschen. Wir möchten der Generation unserer Enkel und deren Nachkommen eine freundliche Welt hinterlassen, soweit das noch geht. 

Ein nachhaltiger Tag beginnt bei uns so:
Morgens stehen die Gäste auf aus ihren Betten (welche aus einer kleinen Kieler Manufaktur stammen) und lüften die Bettwäsche und Handtücher aus fairer Biobaumwolle.

Am Frühstückstisch geht es dann weiter: das Frühstück ist handgemacht, mit Liebe und Fachwissen, angerichtet von meinen Mitarbeitern- einer Festangestellten (bei uns selbstausgebildeten Hauswirtschafterin) und zwei Auszubildenden der Hauswirtschaft aus der Region.

Aus regionalen Produkten, haben wir einen feinheimischen Tagesbeginn gezaubert, der den Urlaubsgästen einen guten Start in den Tag bieten soll.
Da stehen dann viele kleine Schälchen mit herzhaften und süßen Aufstrichen, selbstgebackenem Brot und Brötchen etc. Auf gar keinen Fall gibt es  Kleinstverpackungen. Wir setzen auf Großgebinde oder Leihbehälter (wie beim Kaffee). Wir legen lieber nach, statt etwas wegzuschmeißen.

Da wir fast alles selber machen, wissen wir auch was drin ist. Vegan oder Lebensmittelunverträglichkeiten sind daher kein Problem bei uns. Ach ja und außerdem kneippen die Gäste dann gleich, weil die Lehre von Sebastian Kneipp auf 5 Säulen ruht: gutes Essen, Kräuter, Bewegung, Wasser (kommt nach dem Frühstück) und dem inneren Gleichgewicht.

Unsere Zutaten haben so kurze Wege, wie es für uns geht in unserem Flächenland. Ich versuche bei 20 km zu bleiben, aber das ist sportlich, da die Milchprodukte und auch das Korn von weiter weg kommt- aber aus Schleswig-Holstein! Gute Produkte haben gute Produzenten und gute Geschichten. So habe ich gleich was aus und über Schleswig-Holstein zu erzählen. Auch das gehört für mich zur Nachhaltigkeit: Tradition, Rezepte und Wissen weiter zu geben.

Wenn die Gäste dann unterwegs sind, das sind sie meist mit dem Rad oder zu Fuß, haben sie vorher schon eine Menge Tipps von mir mit eingepackt: Wo kann man gut einkaufen, essen oder etwas besichtigen. Was gibt es zu sehen? Vom Adler bis zum Müllsammeln, da gibt es eine Menge zu erleben.

Sowieso bekommen sie den Meeresspiegel bei uns hautnah mit, da wir an der Strasse vorne auf 3 MM sind. Und zum Thema Mikroplastik habe ich auch eine eigene Geschichte mit verfleckten Handtüchern.

Während die Gäste unterwegs sind, schmeißen wir die Waschmaschinen an. Wir haben unseren eigens erzeugten Strom zum Verbrauchen. Neuerdings waschen wir mit Waschnüssen und ein Projekt mit Kastanien aus Schleswig-Holstein läuft ebenfalls. Auch bei den Putzmitteln achten wir auf Nachhaltigkeit. Zum Beispiel haben wir Spender im Einsatz, die einen sehr feinen Schaum herstellen, oder wir setzen Lösungen an, die super verdünnt sind. Das wir auch hier Großgebinde zum Nachfüllen verwenden ist selbstverständlich.

Zu unserem Leidwesen trocken wir jedoch im elektrischen Trockner. Nach mehrfachen Versuchen auf der Leine mußte ich feststellen, dass das natürliche trocknen bei uns – bedingt durch die naturfreundliche Lage – kontraproduktiv ist. Zu oft mußte ich die Wäsche nochmal waschen, weil ein Vogelschwarm darüber gegangen war. Auch Gülleduft kommt nicht so gut an. Arbeitskraft und Wasser – auch aufbereitetes – wird dann einfach verschwendet.

Meine Mädels fahren normalerweise alle zusammen in einem kleinen E-Auto mit eigenerzeugtem Strom nach Hause.

Im Garten wir Pestizidfrei und per Hand gegärtnert. Wir kompostieren, trennen Müll, sammeln Toilettenpapierinnenkörper und Kunststoffdeckel für Polioimpfungen, verschenken Gebrauchtes aus der Pension, nähen aus den gebrauchten Bettbezügen etc.
 
Wir lassen Brotknuste extra trocken werden und backen einen Biskuit damit und wir schreddern ausgespülte Eierschalen als Dünger.

„…recyceln, upcyceln oder craddle to craddle sind bei uns keine Fremdworte.“

In unserem Café verkaufen wir, neben feinheimischen Kuchen- Kaffee- und Teespezialitäten, übrigens auch nachhaltige Produkte, aus kleinen Manufakturen, aus Schleswig-Holstein oder Hamburg.

Wir greifen nach Ideen, um noch nachhaltiger zu werden, geben diese auch gerne weiter.

Laut unseres CO2 Fußabdrucks, sind wir sogar klimapositiv hier auf dem Grundstück. Auch deshalb, weil wir noch sehr viele weitere nachhaltige Sachen auf unserem Grundstück machen: Biotope anlegen, wir haben einen Naturteich angelegt und Naturrinder beweide ein sehr großes Stück unseres Landes.

Zwischendrin ernten wir, was die Natur da so hergibt. Von Brennessel bis Löwenzahn (da sind sie wieder – Peter Lustig und Kneipp) ist alles dabei.

Und so stecken wir vielleicht viele Menschen mit der Nachhaltigkeit an. Hier vor Ort, oder auf unseren Reisen mit unserem E-Auto.

Wofür wir vor 15 Jahren noch als Spinner verschrien waren, wird jetzt selbstverständlich, und das ist auch gut so.

4. Was wünscht du dir für die Zukunft von Janbeck`s FAIRhaus? 

Immer ein volles Haus mit tollen Leuten, die verstehen was wir machen. Ich wünsche mir eine Erweiterung unseres Netzwerkes, mit lauter konsequenten Menschen, die einen kleinen Weltverbesserer in sich tragen.

Und zum Schluss wünsche ich mir, das ich noch ganz viele meiner Ideen, die ich habe und noch bekommen werde, umsetzen kann.

Für ein tolles nachhaltiges Puzzle.

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Übrigens, am 21. November erscheint das neue „Anderswo – Europa nachhaltig entdecken 2019“ Magazin.

Darin findet ihr, neben all den tollen Reiseberichten, auch  eine ausführliche Auflistung von Unterkünften mit dem „Blaue Schwalbe Siegel“

Was wir in Janbeck’s Umgebung alles so erlebten und warum wir auf jeden Fall wiederkommen, erzähle ich euch demnächst in einem separaten Beitrag.

Habt ihr Fragen, welche ich in dem folgenden Beitrag aufnehmen soll? 

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