Tagebuch eines Sommers

Tagebuch meines Sommers – Pommeshunger

10. Juni 2020

Wenn ich mich in einen Ort verliebe, dann kehre ich meist sehr zeitnah dorthin zurück.

Und so entschloss ich vor ein paar Tagen, dass Teddy, eine liebe Freundin und ich unbedingt wieder zum dem Strand fahren müssten, an dem wir schon vor Kurzem waren. Der Strand, der mich zu diesem Tagebuch meines Sommers inspirierte. 

Der Nachmittag und das Wetter gaben es her und so fuhren wir, den uns schon lange bekannten Weg, durch die Straßen und Allen Mecklenburgs, bis hin zu diesem besonderen Fleckchen Erde. 

Wieder waren kaum Menschen vor Ort. Wir breiteten unsere Decke und unser Picknick aus, Teddy schoss zum Wasser (und wurde glatt von einer Welle erwischt und prustend und hustend an Land gespült) und wir versuchten mit aller Kraft unseren Gedanken, mit der frischen Seeluft, ein wenig Ruhe zu schenken. 

Wind im Kopf

Doch irgendwie war dafür nicht der Tag. Nicht nur der Wind frischte schnell auf, der Wind in unseren Köpfen war irgendwie auch etwas frischer, als wir uns das erhofft hatten. Teddy fand keine Ruhe, ich hatte ebenso Wind im Kopf und meine Freundin den Wind im Nacken. 

Tagebuch meines Sommers | Pommeshunger

Trotzdem, wir saßen dort und genossen diese Momente.

Die eigenen Gedanken, die muss man manchmal auch einfach aushalten, fließen lassen und irgendwann gehen lassen. 

Ich dachte darüber nach, wie die letzten Monate liefen. Wie ich mein Business aus der ganzen Krise rund um Corona zog und wie gut mir viele dieser Veränderungen taten.

Ja, Corona hat mich aus der Komfortzone geschmissen und – nein, ich huldige die Krise auf keinen Fall – ich bin der Situation aber in ein paar wenigen Punkten dankbar.  Manchmal braucht es einfach den „Alles auf NEU“ Knopf. Diesen hatte ich vor der Krise schon lange gesucht, aber nie betätigen können.

Nun musste ich ihn drücken, ziemlich fest sogar und auch wenns manchmal weh tat – der Weg, der sich gerade zeigt, der gefällt mir sehr gut.

Als ich meinen Kopf, während ich über all das nachdachte, nach links drehte, sah ich ein Unwetter von Lübeck her aufziehen. Der Himmel wurde dunkler und ziemlich schnell wurde der Wind noch ein wenig frischer, klarer und ungemütlicher. 

Pommeshunger

Wir beschlossen unsere Sachen zu packen und das einzig Richtige zu tun: Pommes essen.

Kennt ihr Pommeshunger? Pommershunger, ist ein sehr glückseliges Gefühl. Wenn man ihn stillen kann noch mehr. 

Tagebuch meines Sommers | Pommeshunger

Vorne an dem kleinen Kiosk, mit den lustigen Schirmen, fanden wir – ganz  kurz vor Feierabend – unser Glück. Heiße, knusprige und leckere Pommes.

Fast fühlte es sich so an wie früher als Kind. Als man den ganzen Tag im Freibad, oder am See, oder im Wald tobte und am Abend völlig k.o. beisammen saß und aß. 

Auf dem Rückweg dachte ich darüber nach, wie gern ich doch etwas direkter und näher an der Ostsee leben würde und wie sehr ich Mecklenburg liebte. 

Ich würde wirklich so gern hier leben. In einem urigen Haus, zwischen geretteten Hühner, wilden Gärten und alten Obstbäumen. 

Der Gedanke daran ist so schön wie Pommeshunger, mit Aussicht auf Pommes im Bauch. 

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