Das nachhaltige 2019

Warum ein nachhaltiger Lebensstil einen Kontowechsel braucht | GLS Bank

28. April 2019

*dieser Beitrag enthält bezahlte Werbung für die GLS Bank, jedoch entspricht alles meiner persönlichen Wahrnehmung und Meinung

Bei meiner Bank, da bin ich seit Jahren. Ich wuchs auf einem Dorf auf, in dem man sich noch kannte. Wenn finanziell oder organisatorisch etwas war, dann konnte man reden, oder einfach mal fix vorbei kommen.

Als ich – damals vor 12 Jahren – in den Norden zog, da blieb mein Konto einfach dort in meinem Heimatdörfchen. Denn dort war es gut versorgt, ich hatte weiterhin meine Ansprechpartner und nun ja, ich wollte irgendwas von mir in meiner Heimat belassen. Vielleicht ein komischer Gedanke.

In all den Jahren, war ich immer zufrieden und ich könnte mich über nichts beschweren, wenn man mich nach einem „Problem“ fragen würde, denn es gab einfach nie ein Problem. Zumindest nicht menschlich, oder auch im Kontakt mit der Bank.

Warum ein nachhaltiger Lebensstil einen Kontowechsel braucht | GLS Bank

Wie nachhaltig lebt man denn, wenn man mit seinem Geld Dinge unterstützt, die man nicht unterstützen möchte? 

Jedoch wuchs, in meinem Kopf, schon längere Zeit die Frage, wie nachhaltig es nun eigentlich sein kann, dass ich mit meinem Geld nicht auch eine nachhaltige Finanzwirtschaft unterstütze und weiterhin bei der alten, konventionellen und doch sehr wirtschaftlich gedachten Bank bleibe.

Das passt doch einfach nicht zusammen…

Denn, ich möchte so viel mehr von und mit meinem Geld erreichen. Ich möchte, dass mein Geld nicht nur gut angelegt ist, sondern auch (oder auch vor allem), dass mein Geld grüne und große Ideen fördern kann. Ich möchte, dass mein Geld ebenso fair arbeitet, wie ich in meinem Leben denke und ich möchte, dass die Bank ökonomisch handelt und einen bewusstes und nachhaltiges Wachstum dem schnellen Wachstum vorzieht. Ebenfalls möchte ich die Dinge unterstützen, die MIR persönlich wichtig sind und die ich für ein nachhaltiges Leben für wichtig befinde. Das sind zum Beispiel Themen wie erneuerbare Energien (worüber ich vor ein paar Monaten schon schrieb), soziale sowie  landwirtschaftliche Themen und auch (oder vor allem) nachhaltige Wirtschaft.

Was ich nicht unterstützen möchte sind dubiose und nicht transparente Geldgeschäfte der großen Konzerne, die oftmals (und ja, das tuen auch deutsche Banken) die Kohleindustrie mit ihrem (unserem) Geld unterstützt.

Ein Wechsel ist nötig! 

Und da kam ich final zum Schluss, dass ein Wechsel der Bank unabdingbar sein würde.

Bei meinen Recherchen stieß ich schlussendlich (eigenständig) auf die GLS Bank* (Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken) und erzählte dieser dann auch von meiner Idee des „nachhaltigen 2019“ und dem Themenmonat „Geld & Finanzen“ und so entstand die Zusammenarbeit für diesen Beitrag. Das einmal kurz zur Transparenz des Beitrags.

Bevor jedoch alles besprochen wurde, legte ich mir, auf eigene Faust und aus der Überzeugung, dass es das Richtige ist, ein privates Konto bei der GLS Bank an. Das geht sehr fix und einfach und die Identifizierung funktioniert mittlerweile sogar schon über Video-Ident und man muss nicht einmal aus dem Haus.

Bei der Erstellung meines Kontos, konnte ich mir sogar frei entscheiden, wo genau mein Geld wirken soll. Ich entschied mich für die ökologische Landwirtschaft, weil ich ganz stark der Meinung bin, dass diese deutlich mehr (und hoffentlich in der Zukunft auch endlich staatlich) gefordert werden soll und muss.

Und wo unser Geld dann so wirkt, kann man sich direkt auf der Website der GLS Bank* ansehen.

Außerdem quatschte ich ein wenig mit Johannes von Streit (zuständig für Kommunikation und Entwicklung der GLS Bank), heraus kam ein wunderbares Interview, welches den Grundgedanken und die Idee der GLS Bank sehr gut beschreibt!

„Die GLS Bank sieht Geld als Mittel um die Gesellschaft zu verändern“

1. Lieber Johannes, beschreib mir die GLS Bank doch einmal in deinen Worten. Was macht euch aus? 

Das Besondere an der GLS Bank ist für mich der andere Umgang mit Geld. Die meisten anderen Banken sehen Geld als ein Mittel zum Zweck und der Zweck heißt meistens nur „Gewinnmaximierung“. Damit kann ich persönlich eher wenig anfangen, weswegen ich auch nach meiner Ausbildung bei einer konventionellen Bank ganz bewusst dort aufgehört habe.
Die GLS Bank sieht Geld als Mittel um die Gesellschaft zu verändern. Konkret heißt das:
das Geld, welches Kunden*innen auf Spar- oder Girokonten liegen haben, wird von der Bank verwendet um Kredite zu vergeben. Doch es bekommt nicht jede*r einen Kredit, sondern nur wenn das Vorhaben aus Sicht der Bank sinnvoll ist – also sozial und ökologisch. Das Besondere ist außerdem, dass alle, an unsere Geschäftskunden*innen vergebenen Kredite veröffentlicht werden, damit die Anleger*innen überprüfen können, wo ihr Geld wirkt und ob sie die Einschätzung der Bank teilen. Jede*r kann außerdem bei Kontoeröffnung mitbestimmen, in welchem Bereich das eigene Geld wirken soll.
Diese Transparenz gibt es sonst nirgendwo, denn Banken würden sich normalerweise immer aufs Bankgeheimnis berufen. Und klar: vermutlich würde sonst auch rauskommen, dass da Kredite dabei sind, von denen die Meisten vermutlich nicht wollen, dass ihr Geld so etwas unterstützt. Die Stichworte Massentierhaltung, Atom- und Kohlestrom und Waffen reichen vermutlich! :)

„Direkter Bezug zu Kundinnen und Kunden…“

2. Warum lohnt sich eine Mitgliedschaft bei euch?

Bei Unternehmen bestimmen eigentlich immer die Eigentümer*innen, was zu passieren hat. Doch bei genauerem Hinsehen gibt es dabei Unterschiede:
Die meisten Banken sind an der Börse und damit Aktiengesellschaften. Dort gilt das Prinzip „pro Anteil – eine Stimme“.
Die GLS Bank ist keine AG sondern eine eG – also eine eingetragene Genossenschaft – und funktioniert dadurch etwas anders:
Jedes Mitglied /jede*r Miteigentümer*in hat genau eine Stimme, unabhängig von der Anzahl der Anteile. Ich finde das deutlich fairer und demokratischer. Letztlich ist das auch der Grund, wieso wir so anders arbeiten können, als andere Banken. Das Ziel ist gesellschaftliche Wirkung, nicht maximalen Gewinn. Als Mitglied ermöglicht man diese Wirkung, denn Banken brauchen immer Eigenkapital um Kredite zu vergeben – das ist unsere Mitgliedschaft.
Außerdem bekommen Mitglieder auch einen Anteil vom Gewinn der Bank ( das waren in den letzten Jahren immer so 2% pro Jahr ) und profitiert von besonderen Angeboten. Zum Beispiel von einer kostenlosen Kreditkarte, mit der auch im Ausland jederzeit kostenlos Bargeld abgehoben werden kann.

3. In welche nachhaltigen Projekte investiert ihr? Seid ihr dort auch ab und an vor Ort und schaut euch alles an?

Das tolle ist, dass wir genau auflisten, in welche Projekte wir investieren – im Bankspiegel und online. Online kannst Du dich zum Beispiel auf unserer Webseite* und auf unserem Blog informieren, was genau mit dem Geld passiert und einen Einblick in die finanzierten Unternehmen und die Menschen dahinter gewinnen. Natürlich informieren sich unsere Kollegen*innen ganz genau, bevor ein Kredit vergeben wird. Oft, aber nicht immer, werden dafür auch Besuche vor Ort durchgeführt. Außerdem gibt es für alle Mitarbeiter.innen (also auch aus anderen Abteilungen) die Möglichkeit mehrmals im Jahr jeweils an einem Wochenende zu unterschiedlichen Kreditprojekten in ganz Deutschland zu fahren. So bekommen möglichst viele unterschiedliche Abteilungen den direkten Bezug zu Kundinnen und Kunden.

„So sorgt das Geld auf dem Sparkonto des einen dafür, dass wo anders ein Bio Bäuerin einen Hof kaufen kann…“

4. Wie arbeitet mein Geld bei euch?

„Geld arbeitet“ – ich finde die Vorstellung sehr lustig, dass sich Eurostückchen abrackern um Cents zu erarbeiten. Ist natürlich in echt nicht so.
Viel mehr arbeiten Banken mit deinem Geld – in dem sie zum Beispiel an der Börse spekulieren, in andere Unternehmen investieren oder – ganz klassisch – Kredite vergeben*. Letzteres macht die GLS Bank. So sorgt das Geld auf dem Sparkonto des einen dafür, dass wo anders ein Bio Bäuerin einen Hof kaufen kann oder ein Kindergarten gegründet wird. Die GLS Bank ist quasi die Brücke,  um das Geld der Einen für Projekte auf der anderen Seite bringt. Gleichzeitig sorgt sie natürlich dafür, dass trotzdem das Geld auf den Sparkonten verfügbar ist, wenn mal jemand abheben will. Das funktioniert natürlich weiter ganz normal, selbst falls mal ein Kreditprojekt pleite gehen sollte.

5. Kaffee oder Tee?

Kommt voll auf die Situation und mein persönliches Stresslevel an. Im Moment eher Kaffee: schwarz, stark, bio, fair. Und viel. :D

Wie geht es weiter? 

Gerade arbeite ich noch daran, mein Geschäftskonto umzuziehen, denn das ist nicht so einfach wie ein privates Konto. Da hängen zu viele Unterkonten etc. dran. Aber auch hier: der Wechsel wird kommen und der Wechsel ist mir wichtig, weil die Frage „Welches System unterstütze ich?“ in meinem Kopf eine so große und wichtige Frage ist, dass ich sie einfach nicht mehr stumm schalten möchte und kann.

Wie geht es euch beim Thema Finanzen? Seid ihr schon umgestiegen, oder habt ihr vielleicht sogar Fragen, die ich an die GLS Bank weiterleiten könnte?

Übrigens, die GLS Bank betreibt selbst einen sehr tollen und informativen Blog.* Schaut dort doch auch mal vorbei!

 

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1 Comment

  1. Reply Dennis 30. April 2019 at 17:47

    Vielen Dank für den tollen Artikel Franzi!

    Ich hab tatsächlich erst vor kurzem überlegt mein Geschäftskonto umziehen zu lassen, da kommt dein Beitrag als Entscheidungshilfe gerade recht. Werde mir die GLS mal genauer anschauen. :)

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