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Überleg wer du bist und was du isst

18. November 2014

Überleg wer du bist und was du isst.

Dieser Satz schoss mir so eben in den Kopf, denn gerade sah ich in meiner Timeline eine Foto welches mich unglaublich schockierte.
Dieses Foto zeigte UNMENGEN von abgepackten Würsten, Fleisch, Lebernknödeln etc. pp.

Unter diesem Foto begann ein wildes Ratespiel „Was hat es wohl gekostet“?
Der Inhaber all dieser „Köstlichkeiten“ wollte von seinen Freunden wissen, was sie denken, was er denn dafür bezahlt hätte.

Am Ende kam heraus, dass es 30 Euro waren.

30 Euro für – geschätzt – 15 Kilo Fleisch- und Wurstwaren. Könnt ihr euch das vorstellen?

Kommentare wie „Oh wie cool“ und „Ich will auch sowas“  waren zu lesen.

NEIN, das ist nicht cool, das ist verwerflich, nicht zu glauben, absolut unvorstellbar und vor allem nicht zu vertreten.

30 Euro für so viele überwiegend tierischen Produkte. Ist das Alltag dass unsere Lebensmittel so billig sind? Wann ist das zum Alltag geworden? Wie konnte das passieren und woran liegt es?

Wir schaufeln Unmengen Produkte in uns hinein, die einfach nicht gut für uns, unsere Körper und die Umwelt sind.

Unmengen Produkte, die so günstig wie nur möglich produziert wurden.
Unmengen Produkte deren Leidfaktor unfassbar hoch ist.
Unmengen Produkte mit leeren Nährwerten.

Und trotzdem wird geschaufelt, geschaufelt und geschaufelt. Rein damit. Immer rein.
Zum günstigsten Preis. Immer verfügbar und immer in großen Mengen.

Da wird nicht darauf geachtet woher es kommt oder woraus es wirklich besteht. Nein, es ist billig und ggf. schmeckt es sogar noch (warum es so schmeckt wie es schmeckt ist dabei egal, da muss man ja nicht drüber nachdenken…)

Ja, ich prangere dieses Verhalten an.

Überleg wer du bist und wie du isst

Nein, das heißt nicht, dass man nur noch die besten, teuersten und biologischsten Produkte essen sollte oder muss.

Nein, das heißt lediglich „Denkt mehr nach über die Produkte die ihr zu euch nehmt“ und fang an darüber nachzudenken was für EUCH und euren Körper gut ist.

Besinnt euch auf die guten und bodenständigen Produkte, auf die puren Produkte.

Euer Körper braucht Lebensmittel, keine Produkte die ihn überfordern (zu viele Zusatzstoffe etc. pp) und die er kaum verarbeiten kann.

Das Meiste was man in den gängigen Supermärkten findet sind KEINE Lebensmittel, ist euch das einmal aufgefallen? Ca. 30 % des Sortiments besteht aus frischen und notwendigen Produkten, eben aus Lebensmitteln.
Der Rest ist eigentlich nur Genuss, Luxus oder eigentlich Unnötig.

Fangt an darüber nachzudenken was ihr da zu euch nehmt und macht euch bewusst, dass Fleisch – und Wurstprodukte in dieser großen Menge NICHT dazu gehören.
Nicht für 30 Euro (vor allem nicht)  und nicht für 100 Euro.

Nicht für euren Körper, nicht für unsere Umwelt und nicht für die Zukunft.

Wir müssen nicht in so einer Überfluss Gesellschaft leben.
Wir können mit eine wenig Arbeit an uns selbst so viel ändern.

Hört auf einfach nur zu konsumieren. Fangt an darüber nachzudenken WAS auf euren Teller kommt.
Besinnt euch auf die wichtigen Dinge, auf die LEBENSmittel. Nicht auf billigen und fetten Würste, nicht auf das billigste Obst und Gemüse aus fernen Ländern.

Versucht regional zu bleiben und esst so saisonal wie möglich, denn dann kann man enorm gut und auch günstig essen. Ihr müsst keine 100 % schaffen, dass schaffe ich auch nicht, aber man kann anfangen und eine großen Schritt nach vorne gehen.

Schaut beim nächsten Einkauf einmal die Zutatenliste der Produkte an, die in euren Einkaufswagen wandern. Lest genau und überlegt dann ob ihr das wirklich essen möchtet.

Setzt für euch selbst und auch für die Gesellschaft ein Zeichen und fangt an bewusster zu sein.

#abjetztbewusst

Überleg wer du bist und was du isst

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18 Comments

  1. Reply Jankes*Soulfood 19. November 2014 at 00:34

    Danke Franzi!!!! Für diese klaren Worte!!! Für deine Meinung und Stellungnahme!!!
    Ich stimme dir in jedem Punkt zu und kann deine Wut und Frustration absolut nachvollziehen.
    Alles beginnt mit der Wahrnehmung, da hast du völlig recht. Und je mehr man sich mit Lebensmitteln auseinander setzt, desto mehr lehnt man den ganzen Mist ab, der einem mitunter angeboten wird.
    Ich lese gerade die Neuauflage von „Die Suppe lügt“. Sehr empfehlenswert für alle, denen es nicht egal ist, was sie tagtäglich zu sich nehmen.
    Und bevor ich mich jetzt ähnlich in die Thematik hineinsteigere wie du, teile ich deinen Post und schicke deine Gedanken in die Welt :-)
    Viele liebe Grüße
    Janke

    • Reply Franzi 19. November 2014 at 00:48

      Hab 1000 Dank liebe Janke! Die Suppe lügt habe ich in der alten Auflage mal gelesen, ich glaub ich kaufe mir die Tage gleich mal die neue Auflage! :-)

  2. Reply Tanja Wayne 19. November 2014 at 08:19

    Das hast du sehr schön geschrieben liebe Franzi!

    Und es ist ja auch garnicht schwer zB Saisionales / Regionales in seinen Essenalltag einzubauen. es gibt Gemüsekisten, Wochenmärkte und selbst in Supermärkten kann man Regionales bekommen. Und seit ich zB die Gemüsekiste habe hab ich so viele neue gemüsesorten für mich entdeckt und bezahle trotz Regional und Demeter / Biolang Qualität nicht nenneswert mehr als im Supermarkt und bekomm es nach Hause geliefert.

    Und für die welche Fleisch essen, schaut man was Biofleisch mit einer guten Qualität kostet dann kann man sich doch denken das ein Schnitzel das nur 1 Euro kostet kein gutes Fleisch sein kann. Und das kann dann unmöglich gut für einen selbst sein

    • Reply Franzi 19. November 2014 at 08:22

      Danke liebe Tanja und du hast absolut Recht! Regional und saisonal ist bei uns so günstig wie nirgends sonst. Das vergessen leider nur die Meisten. :(

  3. Reply Melissa 19. November 2014 at 11:30

    Liebe Franzi,

    danke für deine klaren Worte! Ich kann das wirklich so unterschreiben. Ich versuche wirklich, tolerant zu sein, auch wenn ich der Meinung bin, dass Ernährung keine reine Privatsache ist. Aber diese Billigheimermentalität in Bezug auf Nahrung und die damit zusammenhängende Egozentrik widert mich wirklich an. Hauptsache, man hat ein dickes Auto im Hof stehen, für das tankt man natürlich „das beste Bezin“, was man in sich selbst aber reinschüttet ist nicht so wichtig. Ich ess auch ganz gerne mal „Trashfood“, aber so im Allgemeinen bemühe ich mich schon. Und wenn das die meisten Leute auch tun würden, wäre echt schon viel geholfen.
    Einfach nur traurig…
    Ich kann dir auch die beiden Dokus mit Claus Kleber sehr empfehlen („HUNGER!“ und „DURST!“), falls du die noch nicht kennst. Erschreckend, aber die Augen davor verschließen hilft ja nix.

    Liebe Grüße
    Melissa

    • Reply Franzi 19. November 2014 at 11:52

      Liebe Melissa, ich hab mir die gleich mal abgespeichert! Danke für die Tipps und vor allem für deine Meinung!! :-)

  4. Reply Laura 19. November 2014 at 13:58

    Liebe Franzi,
    danke für diesen Artikel. Ich kann das genau so unterschreiben. Ich habe das Glück in einem Umfeld zu leben und zu arbeiten, in dem ähnliche Werte diesbezüglich geteilt werden. Aber dennoch läuft einem die „Geizistgeil“-Mentalität immer wieder über den Weg und ich kann das einfach nicht begreifen, ja, es macht mich sogar richtig wütend!
    Liebe Grüße Laura

    • Reply Franzi 19. November 2014 at 14:55

      Liebe Laura, diese Wut kenn ich zu gut, in meinem direkten Umfeld sind leider Leute denen es völlig egal ist, Hauptsache günstig bzw. eher billig. :-( Es ist elend mit anzusehen, aber man kann halt einfach nix machen :( Es nur selbst einfach anders machen.

  5. Reply Amor&Kartoffelsack 19. November 2014 at 17:25

    Hallo Franzi!

    Genau solche Gedanken kamen mir diese Woche auch schon als ich „Nudeln mit Tomatensoße“ in der Arbeit essen wollte/musste/sollte…. an der Tomatensoße ist vielleicht mal eine Tomate im Schnellgalopp vorbeigelaufen, aber es war keine drinnen… das war nur dieser Tüten-Tomatenpulver-Geschmack. Ich konnte das nicht essen… aber um mich herum hörte ich überall… „Oh ja, das schmeckt ja heute richtig gut!“ Es schmeckt einzig nach Chemie…

    Manchmal hätte ich große Lust, die Welt einfach nur zu rütteln und zu schütteln… :)

    Liebe Grüße, Sonja

    • Reply Franzi 19. November 2014 at 18:03

      Liebe Sonja, oh ja Tomaten in der Tüte kenn ich auch „sind doch vooolll lecker“. Rütteln und schütteln, da wäre ich glatt dabei. ;-) *rüttelmodusan* :-D

  6. Reply Conny Zschorn 19. November 2014 at 19:51

    Du hast ja recht .wir leben jetzt schon eine Weile sehr bewusster .weniger Fleisch mehr Gemüse vegetarisch und auch vegan haben wir schon gekocht .auch achten wir auf Obst und Gemüse wo es herkommt ich brauch im Dezember Kirschen zB das ist keine Kirschen zeit . Lieber weniger Fleisch und mehr Obst und Gemüse und Fragen wo das Tier her kommt .

    • Reply Franzi 19. November 2014 at 20:24

      Liebe Conny, super Einstellung!!! :-)

  7. Reply Lena 22. November 2014 at 15:26

    Herzlichen Dank! Genau so sehe ich das auch! Ich lebe zwar nicht vegetarisch, aber Fleisch gibt es ca. 2mal die Woche, in der einen mal mehr, in der anderen dafür wieder komplett fleischlos (sowohl aus umweltfreundlichen als auch finanziellen Gründen, gutes Fleisch kostet nunmal) . Was ich dann absolut nicht hören kann, ist die Rechtfertigung zu billigem/ schnellem und vor allem auch schädlichen Essen (sowohl für Esser als auch Umwelt) aus Geldmangel.
    Ich bin Studentin, die ganz klischeemäßig nicht im Geldüberfluss lebt und es aber trotzdem schafft, super gesund und abwechslungsreich zu essen. Und das sogar noch saisonal und regional! Dass einige Menschen 15kg abgepackte Wurst- und Fleischwaren für 30€ genießen können, widert mich an..

    Liebe Grüße aus Graz,
    Lena

    • Reply Franzi 22. November 2014 at 18:07

      Liebe Lena, eine schöne Einstellung hast du da. Behalt dir die bei! :-) 1000 liebe Grüße und danke für deine Worte! :-)

  8. Reply Ela 5. Dezember 2014 at 17:24

    Sehr schöner Beitrag mit sehr wahren Worten. Gerade nochmal aus akutem Anlass gelesen und gemerkt, dass ich den hier gar nicht kommentiert hatte – also fix nachholen ;)
    Danke dir für #abjetztbewusst !
    LG
    Ela

    • Reply Franzi 5. Dezember 2014 at 17:48

      Oh meine Liebe! Wie schön, dass du noch kommentiert hast! Ohne dich wäre das ja fast nur halb ;-) :-)

  9. Reply angelface 4. August 2015 at 08:32

    ein wundervoller beitrag den ich nur lauthals bestätigen und unterstreichen kann.
    Finde es toll so etwas im netz zu lesen, jemanden zu kennen, zu lesen, der zu seiner Haltung steht – auch ohne andere anzuprangern sondern mit dem Ziel Bewusstsein zu schaffen, ist selten und umso schöner wenn man ihn unterstreichen kann , lesen und nicht wortlos geht!….
    herzlichen Dank…angelface….

    • Reply Franzi 4. August 2015 at 16:12

      Das freut mich sehr :)

4 Trackbacks/Pingbacks

  1. Reply Schönes am Sonntag 23. November 2014 at 08:47

    […] dieser Woche ging es  hier im Gemüseregal sehr kritisch, in Bezug auf das Thema Ernährung, zu. Mich beschäftigte das Thema “Was ist unser Essen […]

  2. Reply Links with Love im November | Chestnut & Sage 30. November 2014 at 10:30

    […] Ab jetzt bewusst. Gedanken über den Wert von Dingen. Wertvoll. […]

  3. Reply Meine Foodblogbilanz 2014‬ & ein paar gute Vorsätze | wallygusto 31. Dezember 2014 at 00:01

    […] Franzi hat endlich mal Tacheles gesprochen! Auf Wo geht’s zum Gemüseregal prangert sie an, dass sich viele Menschen einfach keine Gedanken mehr machen, was sie essen. Mit […]

  4. Reply Ersatzprodukte oder "Was ist natürlich?" 15. Juli 2015 at 08:39

    […] Ich schrieb im letzten Jahr schon mal über das Thema „Überleg wer du bist und was du isst.“  […]

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